Na dann will ich mich mal ans schreiben machen. Weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Freitag wurde endlich die Hütte leer gemacht und ich habe angefangen ein zu räumen.
Noch ein biß’l kahl das ganze, aber es wird. Bin aber doch Abends wieder nach Hause gefahren. Samstag habe ich alles abgesagt was mit Sperrmüll und so zusammen hängt und habe den Tag auf mich zukommen lassen.
Nachmittags meldete sich dann mein großer Bruder zu Besuch an und was macht er prompt als erstes…….
Er entdeckt doch tatsächlich in dem kleinen Tümpel den ich erst ausleeren wollte,einen Goldfisch und einen Frosch.
Das war so cool. Kommt doch kein Mensch auf die Idee, dass in DEM Wasser irgendetwas überlebt haben könnte. Ich habe mich jedenfalls gefreut wie ein Schneekönig und habe dem Kleinen versprochen ihm noch einen Kumpel zukommen zu lassen. Dann ist Micha los gezogen und hat Zeug zusammen gesucht um auf die Schnelle einen Kescher zu bauen. Ca. eine halbe Stunde später stand ich dann mit glänzenden Augen am Teich und habe angefangen alles Blattzeug und so raus zu fischen. Leider habe ich meinen kleinen Freund seitdem nicht mehr zu Gesicht bekommen.
Abends haben wir dann gegrillt. Und dann stand ich wieder vor der Entscheidung. Bleibe ich ganz allein hier draußen, oder fahre ich mit nach Hause. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir schon zig Kommentare meiner Mitmenschen rein ziehen dürfen wie gefährlich es doch sei, so mitten in der Pampa, ohne Licht und so weiter. Hatte mir Geschichten anhören dürfen was alles schon passiert war und war stinksauer deswegen. Es waren ja nicht meine Erfahrungen. ICH wollte neue machen.
ICH hatte Frieden und Harmonie gewählt. Und obwohl ich merkte, dass ich in Resonanz getreten war, blieb ich trotzdem dort. Ich wollte endlich früh dort aufwachen, die Vögel beobachten, photographieren und Audioaufnahmen machen. Dann ist mir auch noch meine einzige Petroliumlampe verreckt und so saß ich am Feuer, machte mir ein paar Teelichter an und machte Musik.Irgendwann bin ich dann ins Bett und es kam wie es kommen mußte. Mir fielen all die blöden Geschichten ein und mein Brustkorb war wie zugeschnürt.
Tja was tun. Anrufen und mich abholen lassen? Ich wollte ja dort schlafen und weglaufen war auf die Dauer auch keine Lösung.
Also habe ich versucht die Stille und die Sicherheit in mir zu finden und bin in das bewußte Atmen gegangen. Raus aus der äußeren Aufmerksamkeit. Und es hat funktioniert. Mit Hilfe der Geistigen habe ich erst mal abgeklärt und los gelassen was nicht zu mir gehörte an Erfahrungen und Ängsten. Und irgendwann bin ich dann auch relativ friedlich ein geschlafen.
6 Uhr früh wurde ich wach, habe mir einen Cappuccino gekocht und mich auf die Terrasse gesetzt. Gott war das schön. Es regnete und die Vögel haben gesungen wie die Weltmeister. Also Schlafzeug auf die Terrasse und noch mal pennen.
In der Nacht war ich mit dem Satz eingeschlafen, dass es Dinge gibt, die wir erst anfassen und erst erfahren müssen um uns ihrer bewusst zu werden.
Ich glaube es war folgende Erfahrung damit gemeint.
Es regnete bis Mittags und ich war ziemlich zur Untätigkeit gezwungen. Also habe ich in aller Ruhe gefrühstückt und auf der Terrasse rum gesessen. Bis auf ein paar Stimmen von weit weg, war da nichts außer mir und der Natur. Charlie lag im Bett und pennte noch eine Runde. Die Batterien vom Radio waren alle und ich befand mich in einer unglaublichen Atmosphäre. So nach und nach fiel mir auf, dass ich verlernt habe in der Stille zu sein. Mich nicht beschäftigen zu müssen, sondern einfach nur DA ZU SEIN. Ohne Plan und Ziel. EINFACH SEIN.
Das war so unglaublich schön. der Regen prasselte, die Vögel sangen und ich war einfach. Den ganzen Vormittag über.
Und das ist etwas….das kann man wirklich nur erfahren. Fühlen. Als dann der Himmel aufriss habe ich noch ein paar Samen in die Erde geschubst, mich um den Teich gekümmert und die beiden Wannen leergemacht die schon seit Jahren mit Dreckwasser bestückt waren. Und hier bin ich eindeutig noch mal auf meine Kosten gekommen. Während dessen ich damit beschäftigt war, mit dem Eimer die Wanne leer zu schöpfen, ist mir völlig entgangen, dass wohl ein Mäuschen dort Quartier bezogen haben musste. Ich weiß nicht wer sich mehr erschrocken hat. Sie oder ich. Auf jeden Fall rannte mit einem Mal eine klatschnasse Maus an mir vorbei. Ich hinterher und die Kamera geholt.
Wie schon so oft habe ich mich vor lachen kaum wieder eingekriegt. Ein Eimer hat sie mindestens voll erwischt.
Die arme Sau die.
Alles in allem war gerade der verregnete Sonntag Vormittag eine wunderschöne Erfahrung für mich. Ich war endlich mal nicht am rennen und kam runter. Ich hoffe mal, dass ich genau diese Erfahrung noch oft machen werde.
In Liebe
Kerstin















